Anton Bruckner. Gemälde von Ferry Beraton, Wien 1888 (Linz, Stadtmuseum)

Anton Bruckner – Daten zu Leben und Werk

Bruckners Geburtshaus neben der Pfarrkirche von Ansfelden

1824

4. September. Anton Bruckner wird als erstes Kind des Schullehrers Anton Bruckner und dessen Ehefrau Theresia in Ansfelden (Oberösterreich) geboren.

1833

1. Juni. Firmung im Alten Dom in Linz. Pate steht Johann Baptist Weiß.

1835 bis 1836

Musikalische Ausbildung durch Firmpate und Cousin J. B. Weiß (1813–1850) aus Hörsching (Theorie, Kontrapunkt und Orgelspiel). Mit dem Pange lingua (WAB 31) entsteht hier seine vermutlich erste Komposition.

1837

7. Juni. Tod des Vaters in Ansfelden. Bruckner kommt wieder für einige Zeit zur Familie Weiß nach Hörsching.

1837 bis 1840

Sängerknabe im Augustiner Chorherren Stift St. Florian.

1840 bis 1841Das alte Schulhaus in Windhaag bei Freistadt

Ausbildung zum Schulgehilfen an der Präparandie in Linz. Unterricht in Harmonielehre und im Orgelspiel bei Johann August Dürrnberger (1800–1880).

1841 bis 1843

Anstellung als Schulgehilfe in Windhaag bei Freistadt. Dort entsteht die Messe in C-Dur für Alt-Solo, 2 Hörner und Orgel (WAB 25).Kronstorf

1843 bis 1845

Schulgehilfe in Kronstorf. Musikalische Weiterbildung beim Ennser Regens chori Leopold von Zenetti (1805–1892). Es entstehen weitere Kompositionen, unter ihnen  die a-capella-Messe in d-Moll (WAB 146). 

1845 bis 1855

Schullehrer in St. Florian.

1849

Im März entsteht das Requiem in d-Moll (WAB 39).
12. Oktober. Bruckner wird Privatlehrer der Sängerknaben.

1850

Die große Orgel in St. Florian28. Februar. Ernennung zum provisorischen Stiftsorganisten.

1850 bis 1851

Mehrere Klavierwerke, sowie das Frühlingslied (WAB 68) und die Kantate „O Maria! Du Jungfrau mild und hehr!“ (WAB 14).

1852

Im Jänner besucht Bruckner Ignaz Assmayr (1790–1862) in Wien, dem er sein Requiem (WAB 39) vorlegt.

1854

9. Oktober. Orgelprüfung in der Wiener Piaristenkirche vor Assmayr, Simon Sechter (1788–1867) und Gottfried Preyer (1807-1901).
14. September. Uraufführung der Missa solemnis in b-Moll (WAB 29).

1855

Simon Sechter, Lithographie von 1840Am 25. und 26. Jänner legt Bruckner die Hauptschullehrerprüfung ab.
Juli. Unterricht bei Simon Sechter in Wien.
13. November. Probespiel für die Domorganistenstelle in Linz, danach provisorischer Dom- und Stadtpfarrorganist.
8. Dezember. Erster Dienst im Linzer Dom.

1856

25. Jänner. Neuerliches Probespiel im Linzer Dom. Danach wird Bruckner als Domorganist definitiv gestellt.
März. Mitglied der Liedertafel Frohsinn.
Anfang September Reise mit der Liedertafel Frohsinn nach Salzburg zur Mozartfeier.

1858 bis 1861

Jährliche Reisen nach Wien zum Unterricht bei Simon Sechter.

1860

7. November. Wahl zum 1. Chormeister der Liedertafel Frohsinn.
11. November. Tod der Mutter in Ebelsberg.

1861

März. Letzte Studien bei Simon Sechter.
Mai. Uraufführung des Ave Maria in F-Dur (WAB 6) in Linz.
September. Erfolglose Bewerbung um die Direktorenstelle am Dommusikverein und Mozarteum in Salzburg.

1861 bis 1863

Studium bei Otto Kitzler (1834–1915) (Formenlehre, Instrumentation und Komposition).

1863

Jänner. Ouvertüre in g-Moll (WAB 98).
Mai. Symphonie in f-Moll (WAB 99) („Studiensymphonie“).
12. Oktober. Bruckner wird die Leitung des Linzer Musikvereines angeboten. Die Verhandlungen zerschlagen sich, da Bruckners Vorstellungen nicht realisierbar sind.
Bis 1865. Studien bei Ignaz Dorn.

1864

Im Sommer erscheint Bruckners Germanenzug (WAB 70) als erstes seiner Werke im Druck. Verleger: Josef Kränzl aus Ried im Der alte Dom in LinzInnkreis.
20. November. Uraufführung seiner Messe in d-Moll (WAB 26) im Alten Dom in Linz.

1865

14. bis 19. Mai. Begegnung mit Richard Wagner (1813–1883) in München.
25. August. Bruckner wohnt der Uraufführung von Liszts Oratorium Die Heilige Elisabeth in Budapest bei.

1867

10. Februar. Aufführung der Messe in d-Moll in der Wiener Hofburgkapelle unter Johann Herbeck mit Bruckner an der Orgel.
8. Mai bis 8. August. Kuraufenthalt in Bad Kreuzen (Mühlviertel).
2. November. Gesuch an der philosophischen Fakultät der Universität Wien um Aufnahme als Lehrer für musikalische Komposition.

1868

15. Jänner. Bruckner wird zum zweiten Mal Chorleiter des Sängerbundes Frohsinn in Linz.
29. März. Weitere erfolglose Bewerbung um die Stelle des Domkapellmeisters und Direktors des Mozarteums in Salzburg.
9. Mai. Uraufführung der I. Symphonie (WAB 101, „Linzer Fassung“) im Linzer Redoutensaal.
4. September. Bruckner wird zum "expectirenden k. k. Hoforganisten" ernannt.
1. Oktober. Bruckner tritt die Nachfolge Simon Sechters am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien an (Professor für Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgelspiel).

1869

Paris, Notre-Dame, die große OrgelFrühjahr. Reise nach Frankreich, am 1. Mai improvisiert er an der großen Orgel in Notre-Dame in Paris.
29. September. Uraufführung der Messe in e-Moll (WAB 27) bei der Einweihung der Votivkapelle des Neuen Domes in Linz.

1870

22. November. Ernennung zum Ehrenbürger von Ansfelden.
18. Oktober. Hilfslehrer für Klavier an der Lehrerbildungsanstalt St. Anna in Wien (bis 1974).

1871

29. Juli bis 29. August. Bruckner konzertiert an der Neuen Orgel in der Albert-Hall und im Kristall-Palast in London.

1872

16. Juni. Uraufführung der Messe in f-Moll (WAB 28) in der Augustinerkirche in Wien.

1873

September. Besuch Richard Wagners in Bayreuth.
26. Oktober. Uraufführung der II. Symphonie (WAB 102) zur Schlussfeier der Weltausstellung.
Dezember. Vollendung der ersten Fassung der III. Symphonie (WAB 103).

1874

1. Juli. Bruckner wird Vizearchivar der Wiener Hofmusikkapelle und zweiter Singlehrer der Sängerknaben.
November. Fertigstellung der ersten Fassung der IV. Symphonie (WAB 104).

1875

18. November. Bruckner erhält die Lehrerlaubnis und ist als unbesoldeter Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkt an der Universität Wien tätig.

1876

24. April. Antrittsvorlesung an der Wiener Universität.
Mai. Die Arbeiten an der V. Symphonie (WAB 105) werden abgeschlossen.

1877

16. Dezember. Die Uraufführung der III. Symphonie im Wiener Musikverein wird zum Misserfolg.

1878

19. Jänner. Ernennung zum wirklichen Mitglied der k. k. Hofmusikkapelle.

1879

Gloria der e-Moll-Messe, Autograph12. Juli. Die Arbeiten am Streichquintett in F-Dur (WAB 112) werden abgeschlossen.
21. Dezember. Intermezzo in d-Moll (WAB 113) zum Streichquartett.

1880

Juli. Die IV. Symphonie erhält ein neues Finale.
August und September. Aufenthalt in der Schweiz, wo Bruckner u. a. die Passionsspiele in Oberammergau besucht.

1881

Am 3. September Vollendung der VI. Symphonie (WAB 106).
23. September. Beginn der Arbei an der VII. Symphonie (WAB 107).

1882

Jänner. Bewerbung um die Doktorwürde an der Universität in Cambridge.

1883

10. Februar. Teile der VII. Symphonie (WAB 107) werden uraufgeführt.
11. Februar. Teile der VI. Symphonie (WAB 106) werden im Wiener Musikverein uraufgeführt.
September. Abschluss der VII. Symphonie.
28. September. Erste Fassung des Te Deums (WAB 45) vollendet.

1884

Ostern. Bruckner weilt zur Kollaudierung der neuen Orgel im Rudolfinum in Prag.
4. September. Feier des Sechzigsten Geburtstages in Vöcklabruck.
30. Dezember. Uraufführung der VII. Symphonie in Leipzig unter Arthur Nikisch.

1885

2. Mai. Bruckners Te Deum (WAB 45) wird in der Fassung für zwei Klaviere in Wien uraufgeführt.
4. Oktober. Uraufführung der Messe in e-Moll (WAB 27, zweite Fassung) in Linz.

1886

7. April. Bruckner weilt zur Aufführung seines Te Deums in München.
8. Juli. Kaiser Franz Joseph verleiht Bruckner das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens und eine Pensionszulage.
4. August. Mitwirkung beim Requiem Franz Liszts in der katholischen Stadtpfarrkirche von Bayreuth.

1887

10. August. Abschluss der Arbeiten an der ersten Fassung der VIII. Symphonie (WAB 108).
21. September. Beginn der Arbeit an der IX. Symphonie (WAB 109).

1889

Dezember. Bewerbung um die Kapellmeisterstelle am Wiener Burgtheater.

1890

31. Juli. Bruckner spielt bei der Hochzeit der Erzherzogin Marie Valerie in Ischl die Orgel.
30. Oktober. Der oberösterreichische Landtag bewilligt eine jährliche Ehrengabe von 400 Gulden.

1891

Jänner. Ende der Unterrichtstätigkeit am Konservatorium. Pensionierung und Ernennung zum Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde.
7. November. Promotion zum Ehrendoktor der Universität Wien.

1892

9. Februar. Vollendung des Vexilla regis (WAB 51).
29. Juni. Fertigstellung des 150. Psalmes (WAB 38).
Juli. Letzter Aufenthalt in Bayreuth.
13. November. Uraufführung des 150. Psalmes in Wien.

1893

Aus der IX. Symphonie (Autograph)10. November. Bruckner verfasst sein Testament.
23. Dezember. Vollendung des ersten Satzes der IX. Symphonie (WAB 109).

1894

Jänner. Berlinreise anlässlich der Aufführung eigener Werke.
25. März. Bruckner spielt zum letzten Mal ein Hochamt in St. Florian.
11. Juli. Ernennung zum Ehrenbürger von Linz.
4. September. Feier des Siebzigsten Geburtstages in Steyr.
8. Dezember. Schwere Erkrankung, die Ärzte geben Bruckner auf. Überraschende Besserung.

1895

24. Mai. Beginn der Arbeit am Finale der IX. Symphonie.
Juli. Übersiedlung in das Kustodenstöckl im Schloss Belvedere.

1896

29. März. Letzter Auftritt in der Öffentlichkeit.
11. Oktober. Bruckner stirbt.
14. Oktober. Einsegnung in der Wiener Karlskirche und Überführung nach St. Florian.
15. Oktober. Beisetzung in der Gruft unter der Stiftsorgel in St. Florian.

Alle Abbildungen auf dieser Seite aus: Leopold Nowak: Anton Bruckner. Musik und Leben, Rudolf Trauner Verlag, Linz 1973.